Apostolisch Beten - Ivo Sasek - Elaion-Verlag

144 Gottes gleicht stets einem gigantischen Wechselbad. Bevor sie uns in ihre immer herrlicheren und lichteren Höhen ein- führt, läutert sie uns stufenweise im brodelnden Schmelzofen des Elends, rüttelt und schüttelt uns, dass sich die Erde unter unseren Füssen krümmt und erbebt vor ihrem Schrecken. Die Annäherung der Liebe Gottes ist ein Kampf um Leben und Tod. Nicht umsonst heisst es darum: „Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut widerstanden.“ – „Denn auch unser Gott ist ein verzehrendes Feuer!“ (Hebr. 12,4.29). Für unbeschnittene Ohren mag sich all dies recht „lieblos und ketzerisch“ anhören, aber gerade deshalb muss es ja gesagt werden. Wir Menschen reden von der Liebe Gottes, haben aber keine Ahnung, aus wie vielen unzähligen Spektralfarben diese wahre Liebe Gottes besteht. Mit all dem bisher Gesagten haben wir, wie eingangs erwähnt, aber erst eine einzige Facette Seines unermesslichen Liebesspektrums berührt. In Ewigkeit werden wir die Fülle der Weisheit Seiner Liebe nie völlig erfassen können. Aber lasst uns daran arbei- ten, dass Er uns Seine Liebe in all jenen Formen und Farben, in allem Reichtum ihrer Vielfalt offenbaren kann, wie Er sie ins jetzige Zeitalter hineingeplant hat. Es ist und bleibt ja letzt- lich alles „Liebe“, was uns begegnet; d.h. es widerfährt uns tatsächlich alles aus jener unbeschreiblich tiefen Sehnsucht Gottes heraus, uns Menschen in die Fülle Seines Lebens, in die Fülle Seiner Wohltaten und Herrlichkeiten zu führen. Das Feuer der Liebe will uns ja lediglich von allen Hindernissen reinigen und vor dem ewigem Verderben und vor dem Mangel an Gottesgegenwart bewahren und erretten. Wenn uns diese Zuchtruten Gottes auch wie Feuer auf dem Rücken brennen, ist es doch einzig und allein deshalb, damit wir von allem todbringenden und verderblichen Wesen ablassen.

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