Apostolisch Beten - Ivo Sasek - Elaion-Verlag

Die unbegreifliche Liebe Gottes 145 Es ist genauso, wie ich es bei meinen Kindern machen muss, wenn sie sich in eine Lebensgefahr begeben und dabei auf blosse Worte der Zurechtweisung nicht achten. So bleibt oft keine andere Wahl, als zur Rute zu greifen. Eine unserer Töchter spielte einmal wiederholt mit dem Stecker eines Stromkabels. Das war lustig für sie: Stecker raus, Stecker rein; ihre kleinen Fingerchen des Öfteren zwischen den beiden Polen. Alle mahnenden Worte vermochten dabei ihrem Spass kein Ende zu bereiten. So war es lauter Liebe, die ihr hernach in Form eines schmerzhaften Rutenstreiches über die Hände fuhr. Wir sagten uns: „Besser ein heilsamer Schlag mit einem Holzrütchen auf die Hand als ein todbringender Stromschlag durch ihren ganzen Körper und unsere Familie“. Seither bleibt sie diesem Gefahrenbereich fern. Wie töricht, nur das „als Liebe“ anerkennen zu wollen, was uns unangetastet lässt und uns schmeichelt, beschenkt oder tröstet! Gott will uns die Liebe Christi auf einer weit über unserem Verstehen liegenden Ebene wahrnehmen lassen. Meine tiefste Erfahrung diesbezüglich geht auf die Zeit nach der Niederschrift dieses Kapitels im Jahre 1994 zurück. Im Grunde genommen erlebte ich aber bereits seit meiner Bekeh- rung 1977 ein ständiges Wechselbad schmerzlicher „Liebes- heimsuchungen“ und „Liebeserweisungen“. Als mir aber 1994 von einem Moment auf den anderen die ganze Kraft zerbrach, der gesegnete Schlaf für Jahre entfloh und mir sogar jedes Dienen, Reden und Lesen verwehrt wurde, brauchte es den- noch etwas länger, bis ich die Liebesabsichten des Herrn dahinter erkennen konnte. Nur drei Jahre später, nach bestan- dener Prüfung, wusste ich dafür umso vielmehr über die Liebe

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