Apostolisch Beten - Ivo Sasek - Elaion-Verlag

152 ist ihm klar, wie seine Worte auf unseren unerlösten Men- schenverstand wirken würden. Als sähe er gleich sämtliche Fragen, Bedenken, Einwände und Zweifel in uns aufsteigen, sichert er seine hohen Worte mit V. 20-21 ab. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass seine Predigt mit einem: „Du bist von Sinnen, Paulus! Die grosse Gelehrsamkeit bringt dich zum Wahnsinn“ , unterbrochen würde (Apg. 26,24) . Er sieht nur einen Weg, um uns vor dem absoluten Gedanken- und Emp- findungschaos zu schützen. Ohne Punkt und Komma fügt er darum der ausgesprochenen Verheissung der Fülle Gottes die Worte an: „Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Massen mehr, als wir erbitten oder erdenken, gemäss der Kraft, die in uns wirkt, ihm sei die Herrlich- keit in der Gemeinde und in Christus Jesus auf alle Geschlechter hin in alle Ewigkeit! Amen“ (Eph. 3,20-21). Ist uns das klar? Verstehen wir, auf was der Apostel damit hinaus will? Er fordert uns Gläubige geradezu zu einem „Wettkampf“ mit Gott heraus. Lasst uns doch gleich einmal fiktiv auf diese Herausforderung eingehen, bevor wir uns weiter dem Inhalt der verheissenen Fülle Gottes konkret zuwenden. Wir regen einmal tüchtig unsere Phantasie an, und am Ende des Briefes überlegen wir, ob die an uns gerichtete Verheissung nicht doch selbst unsere kühnsten Gedanken und Gebete übertrifft. Ich phantasiere: Erbitte einmal Grosses und überlege, ob Gott nicht noch weit Grösseres wirken könnte. Sag vielleicht: „Vater, ich bitte Dich, gib mir eine ganze Stadt zum Woh- nen.“ Er wird dir antworten: „Ich gab Joseph ein ganzes Land, du sollst auch ein ganzes Land haben.“ Bete daher wesentlich kühner und phantasievoller, z.B.: „Vater, gib mir den Mond

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